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Kirche |
Unsere Kirche
(durch anklicken werden die
Fotos größer)
Ein kurzer Führer durch die
Ortsgeschichte und die Kirche St. Pankratius zu Vorhelm
(Zusammenstellung
durch Pastor Hermann Honermann - Stand 2005)

Außenansicht
Innenansicht
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Spuren der
Vergangenheit
Schon
in der Steinzeit durchstreiften Menschen das Gebiet um Vorhelm.
Bodenfunde
weisen auch auf Bewohner in der vorrömischen Eisenzeit hin. Es waren
überwiegend die Brukterer. In der Zeit der Völkerwanderung war diese
Gegend
nicht bewohnt, wie die
Archäologie nachweist.
Als
die
Sachsen
kamen
Im
6. und 7. Jahrhundert drangen die Sachsen in unser Gebiet vor. Von da
an war
diese Gegend durchgehend bewohnt. In langjährigen und blutigen Kriegen
unterwarf Karl der Große die Sachsen. Zur Sicherung seiner Herrschaft
siedelte
er im Sachsenland auch Franken an.
Der
Name
„Vorhelm“
In
Vorhelm kreuzten zwei alte Handelswege: Der „Hellweg“, der von Norden
nach
Süden führte und hinter Vorhelm zum Galgenberg anstieg. Dann die
„Friesenstraße“, die von Westen nach Osten ging und ebenfalls hinter
Vorhelm zu
den Beckumer Bergen anstieg.
Dieser Anstieg hieß „Helle“. Jahrhunderte
lang
machten die Durchreisenden die Erfahrung, dass Vorhelm der Ort vor der
„Helle“,
vor dem Anstieg war, und nannten ihn schließlich„Vor-Helle-Heim“,woraus
der Name Vorhelm entstand.
Wulfbert und Amulger
Bis
zum Jahr 722 hatte Karl der Große die Sachsen unterworfen. Unter
Liudger und
seinen Leuten fanden die Sachsen zum christlichen Glauben. Im Jahr 805
soll
Liudger in Ahlen einen Blinden geheilt haben. Darüber sprach man auch
in
Vorhelm. Auch Wulfbert aus Vorhelm hatte davon gehört. Er hatte einen
verkrüppelten Sohn. Amulger hieß der. Der Vater hatte die Hoffnung,
dass
der
inzwischen verstorbene Bischof Liudger auch sein Kind heilen könnte und
pilgerte deshalb zum Grab des Heiligen im Kloster Werden bei Essen.
Das
Kind
wurde geheilt. Ein Mönch des Klosters hat diese Begebenheit
aufgeschrieben, und
zwar unmittelbar nach dem Jahr 864. Diese Erzählung ist zugleich der älteste Bericht über gläubige Christen in
Vorhelm.
Vorhelm wird ein Kirchspiel
Zunächst
gab es in Vorhelm noch keine Pfarrgemeinde. Aber irgendwann vor dem
Jahr 1193 haben Bewohner des Rittersitzes zu Vorhelm sich privat eine
Kirche
gebaut und dem heiligen Pankratius geweiht, einem Patron, der bei den
Rittern und
bei den Kreuzfahrern besonders beliebt war. Als der Bischof 1193 die
kirchlichen
Bezirke neu ordnete, wurde neben anderen auch die Vorhelmer
Privatkirche zu
einer Pfarrkirche erhoben. Ihr wurden als „Kirchspiel“, das heißt als
Pfarrgebiet, die Bauerschaften Isendorf (heute „Tönnishäuschen“
genannt),
Eickel (heute „Bahnhof“ genannt) und die Dorfbauerschaft zugeordnet.
Damit
wurde nicht nur die Pfarrgemeinde, sondern zugleich auch
das Dorf
Vorhelm im
rechtlichen Sinn errichtet. Das Jahr 1193 ist ihr gemeinsamer Anfang.

Einziges Foto von der
alten So könnte die alte Vorhelmer
Kirche
Kirche:
aisgesehen
haben
-
Modell:
Wolfgang
Abbruch im März
1891
Rüdiger
Die alte
Kirche
Wir
wissen nicht, wann die alte Kirche gebaut wurde. Es war eine romanische
Kirche.
1487 wurde durch Witwe Nelle Torck eine Vikarie St. Anna mit einem
Altar
gestiftet. In einer Rechnung von 1521 ist davon die Rede, daß man die
Kirche
eingeweiht habe.
War sie entweiht worden? Es ist wohl eher davon auszugehen,
dass sie abgebrannt war, zumal um 1525 neue Glocken angeschafft wurden.
1632, im
Dreißigjährigen Krieg, fiel sie einem Brand zum Opfer, wurde aber
wieder
hergestellt und erst 1655 eingeweiht.
Um die Kirche
lag der Friedhof.
Am Turm
war ein Gebeinhäuschen angebaut. In der Kirche gab es im Chor Gräber
für
Angehörige
des Hauses Vorhelm und vor dem Chor Gräber für die
Geistlichen. Als
ursprüngliche Eigentümer der Kirche hatten die Besitzer des Hauses
Vorhelm
besondere Rechte.Sämtliche
Kirchensitze waren „vermietet“. Jede Familie hatte ihre festen Plätze
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Foto
aus dem
Jahr 2004
Die neue
Kirche
Die
alte Kirche war nicht nur baufällig, sondern vor allem zu klein
geworden. 1891
wurde sie abgerissen. Es gab im Pfarrgarten eine Notkirche, bis die
neue am
25.10.1893 eingeweiht werden konnte. Sie war gut doppelt so breit und
knapp
doppelt so lang wie ihre Vorgängerin. Der Turm ragt mit 60 Metern hoch
hinaus.
Der Spitzname „Klein Köln“ kam auf. Architekt war zunächst
Diözesanbaumeister
Hilger Hertel Senior,
nach dessen Tod dessen gleichnamiger Sohn.
Renovierungen
Eine
größere
Renovierung geschah in den Jahren 1964-70 entsprechend den
Vorstellungen des Konzils: Hochaltar, Chorgestühl, Hochkanzel,
Seitenaltäre und Kommunionbank wichen einem neuen Altar und einem neuen
Ambo.
Die
Sakristei
wurde vergrößert und unterkellert. 1991-93
wurden Dach und Mauerwerk saniert und der Innenraum neu gestrichen. Der
Tabernakel wurde in eine Sandsteinstele gefasst, die kleinen offenen
Beichtstühle zu Beichtzimmern umgebaut.
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Der Chorraum
Links
und rechts vom Tabernakel finden sich an den Schrägwänden zwei
Steinreliefs aus
dem alten Hochaltar. Das eine zeigt, wie Melchisedech Brot und Wein
darbringt, das andere, wie Abraham seinen Sohn Isaak opfern will (ein
Opfer, das
Gott nie
will). Sie
galten als Sinnbilder für das Meßopfer.
Ebenfalls
aus dem alten Hochaltar stammen zwei größere Holzreliefs an den
Seitenwänden, welche die Taufe sowie die Kommunion
des hl. Pankratius darstellen.
Jeweils
links und rechts daneben finden sich kleinere
Holzreliefs
aus
der
alten
Hochkanzel.
Sie stellen
dar: Die Bergpredigt, die Seepredigt, die Kindersegnung und die
Tempelreinigung.

Tabernakelwand
1992
Über
dem Tabernakel hängt der Corpus des Gekreuzigten. Er stammt als
Dauerleihgabe
aus einer Kreuzigungsgruppe beim Hof Schulze Middig, deren Nebenfiguren
Maria
und Johannes gestohlen wurden. Der Tabernakel selbst stammt wieder aus
dem
ehemaligen Hochaltar. Oben an den Seitenwänden sieht man links die hl.
Ida von
Herzfeld, was ursprünglich Hirschfeld bedeutet. Daher der Hirsch an
ihrer
Seite. Gegenüber findet sich die hl. Anna mit ihrer Tochter Maria.
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Die
Chorfenster

Weihnachtsfenster
Osterfenster
Pfingstfenster
Sie
zeigen
uns in den oberen Bildern von links nach rechts die „Werke
Gottes“: Die
Menschwerdung, die Auferstehung und die Geistsendung, entsprechend den
kirchlichen Hauptfesten Weihnachten, Ostern und Pfingsten.

Die
Heiligen
(v.
l.):
Elisabeth,
Michael, Cäcilia
Darunter
sind sieben Heilige dargestellt. Sie stehen für das, was Menschen mit
den Gaben Gottes erreichen können: Es sind, wieder von links nach
rechts: Die
hl. Elisabeth von Thüringen mit den Rosen. Sie steht für die
christliche
Nächstenliebe.
Der
hl. Erzengel Michael mit dem Schild und dem Schwert. Er tritt mit
seinem Fuß
auf den Kopf des Teufels. Auf seinem Schild liest man „Quis ut Deus?“.
Es ist
die lateinische Übersetzung des Namens Michael. Er bedeutet: „Wer ist
wie
Gott?“ Michael steht für die Ehre Gottes und für den Kampf gegen das
Böse.
Die
hl. Märtyrerin Cäcilia ist die Patronin der Kirchenchöre. Darum hat sie
eine
Orgel in der Hand. Sie steht für das Lob, die Bitten oder die Klagen,
die
Menschen betetend oder singend vor Gott bringen.
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Martyrium des hl.
Pankratius
Im
Mittelfenster ist das Martyrium des hl. Kirchenpatrons Pankratius
dargestellt. Links thront der römische Kaiser, der den Tod des
jugendlichen Christen
befiehlt, weil er sich weigert, den Kaiser anzubeten. Im Hintergrund
holt der
Henker mit dem Schwert aus. Im Vordergrund betet kniend Pankratius. Von
rechts
oben reicht ein Engel dem Märtyrer Krone
und Palme als Siegeszeichen. |

Die Heiligen
(v.l.):
Antonius,
Anna, Liudger
Im
rechten Fenster zunächst Antonius von Padua. Er wurde von der Mitte des
18.
Jahrhunderts bis fast in die Gegenwart in Tönnishäuschen sehr
verehrt. Tönnishäuschen war zeitweise ein richtiger Wallfahrtsort,
obwohl der
eigentliche Patron der Kapelle #dort der Einsiedler Antonius ist.
Antonius trägt
das Jesuskind und die Lilie.
Mutter
Anna mit ihrer Tochter Maria. Auf einem Spruchband ist Jesaja 11,1
zitiert.Seit 1487 gab es in der Vorhelmer Kirche eine Vikarie und einen
Altar
zur hl.
Mutter Anna.
Schließlich
folgt ganz rechts der hl. Liudger, der erste Bischof von
Münster. Er
trägt in
seiner Hand
die Abteikirche
von Essen-Werden, wo
er begraben ist.
Die
übrigen Kirchenfenster sind alle späteren Datums und ohne bildliche
Darstellungen.
Die
Kapelle

In
der
Seitenkapelle
befindet
sich
an der
Stirnwand eine Holzstatue, die Maria mit dem Jesuskind
darstellt.
Maria
sitzt,
und Jesus steht auf ihrem Schoß, dem Betrachter mit segnender Hand
zugewandt.
An
der Fensterwand hängt vorn eine Statue des hl. Herman-Josef mit einem
Apfel in
der Hand, dann ein Foto von der seligen Maria Gräfin Droste zu
Vischering und schließlich die hl. Agnes mit dem Lamm. An der Wand
gegenüber hängt ein
Gemälde von der Aufnahme Marias in den Himmel
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Das
Kirchenschiff

Blick zum
Altar
Vor der Kapellentür steht
der
Taufstein
und in dessen
Nähe eine Holzstatue des hl. Pankratius, an dessen Grab in Rom die
Getauften
ihr Taufversprechen erneuerten.
Eine
Marienstatue mit dem Jesuskind findet sich links vorne in der Kirche.
Die
Kreuzwegbilder wurden nach längerer Auslagerung 1980 renoviert und
wieder
aufgehängt.
Die
ehemaligen Beichtstühle wurden in die neugeschaffenen Beichtzimmer
einbezogen.
An der
Rückwand des Mittelschiffes befinden sich zwei Holzstatuen: Der hl.
Antonius von Padua mit dem Jesuskind und eine neue Statue von der hl.
Elisabeth
mit den Rosen.
Die Statue des hl. Judas Thaddäus, die vorher an dieser
Stelle war, wurde in die Turmkapelle gebracht.
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Unter
dem
Turm
Hier befinden
sich zwei Kapellen: An der
Südseite ist ein Bild der Immerwährenden Hilfe und in der Nähe eine
Vitrine mit einer "Bückerbibel.
Die
Kapelle an der Nordseite ist den Verstorbenen gewidmet. Hier sind
Gedenktafeln
für die Gefallenen der Kriege 1815, 1864, 1870-71, 1914-18 und 1939-45,
ferner
eine Holzstatue des hl. Josef mit dem Jesuskind sowie ein Holzrelief
der
Kreuzigung, darunter
eine Vitrine mit dem Gedenkbuch der Verstorbenen
seit
1945
Orgel, Uhr, Glocken und
Kreuz
Die ehemalige Orgel auf der Empore
stand
seitlich an den
Wänden in einer akustischungünstigen Position, um nicht das große
Westfenster
zu verstellen. Sie war so schadhaft geworden, daß eine Reparatur nicht
mehr
lohnte. Zunächst diente eine kleine elektronische Orgel vor der
Sakristeitür
als Ersatz. 1981 wurde eine größere elektronische Orgel auf der Empore
installiert, die inzwischen von einer Computerorgel abgelöst
ist.
Die
Kirchenuhr ist eine mechanische mit elektrischem Aufzug und zwei
Schlagglocken
an der Stirnseite des Turmes für Stunden- und Viertelstundenschläge.
Die
ehemaligen Kirchenglocken wurden im Krieg von den Nazis beschlagnahmt.
Die jetzigen Glocken wurden 1949 in Gescher gegossen.
Das
alte Turmkreuz, das noch auf dem Kirchplatz zu sehen ist, musste 1980
durch ein
neues ersetzt werden.
Am
12.3.1986 wurde die Kirche unter Denkmalschutz gestellt.
  
Blick auf
die
Turmuhr
Turmkreuz
Glocke
Orgelbühne
Sonderseite in der Ahlener Zeitung zum "Tag des
offenen Denkmals" - Orte der Einkehr und des Gebetes.
Hier geht es zu den Fotos vom
Altarraum,
Innenraum,
von
den
Fenstern,
Figuren,
Kreuzweg,
Krippen
und
Kirche von außen.
Hier geht es zum Blick in die Presse - Artikel aus den Zeitungen
Interessante Beiträge aus
früheren Pfarrbriefen
"KONTAKTE"
Literatur
über
Vorhelm
Theodor Höwener: Aus der Pfarrchronik von
Vorhelm, 232
S., 1937 (im Pfarrarchiv).
Theodor Höwener: Katholische
Pfarrbücherei Vorhelm. (mit
erstem Teil der o.g. Chronik und dem Büchereiverzeichnis),
107 S.,
1937
Pfarrchronik
1924-60, handgeschrieben (im Pfarrarchiv).
Heimatverein:
Vorhelm. Ein Heimatbuch, 160 S., 1954.
Heimatverein:
Vorhelm. Bildstöcke am Weg, 80 S., 1973.
Heimatverein:
Vorhelm in Bild und Wort, 100 S., 1975.
Heimatverein:
Uese Dichter Augustin Wibbelt, 57 S., 1978.
Johannes
Schulze Everding: Belauschte Natur. Tiergestalten in Hecken und Bäumen
(überwiegend Zeichnungen), 56 S., 1977.
Johannes
Schulze Everding: Mit Augustin Wibbelt auf heimatlichen Spuren, 90 S.,
1984.
Anne
Schmitz: Das niedere Schulwesen im Kirchspiel Vorhelm in den Jahren
1809 bis
1896, 170 S., Manuskript, 1983.
Pfarrgemeinderat:
Vorhelmer
Kurzgeschichten,
56
S.,
1990
Hermann
Honermann: Die St. Pankratiuskirche zu Vorhelm, 200 S., 1993.
Hermann
Honermann/Christian Wolff: Tönnishäuschen. Kapelle und Bauerschaft in
Vorhelm.
282 S., 1999. Dazu Ergänzung:
Hermann
Honermann: 250 Jahre Kapelle Tönnishäuschen, 16 S., 2002
Hildegard
Latzel/Ursula Kiowsky: Dem de Holsken päß, de treckt en sick an.
Döhnkes und
Anekdoten der Vorhelmer Dorfgeschichte, 136 S., 2004.
Artikel
in
anderen
Büchern
und
Schriften:
A.
Ludorff: Die Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Beckum, 1897, S. 83-87
Quellen
und Forschungen zur Geschichte des Kreises Beckum, Bd 5, S. 248-266:
Anton
Schulte: Zur älteren Geschichte von Vorhelm (1953/54),
Kunst
im Kreis Warendorf, S. 44-56: Ludger Schulte: Ahlen-Vorhelm, 1991.
Heinrich
Kemper: Spuren der Vergangenheit. Archäologie in Ahlen: S. 59-60:
Michael
Rüther:
Altes Siedlungsgelände in Vorhelm.
Paul
Eckholt: Eisernes Brevier. Erzählungen. Gedichte. Darin S. 126-149:
Vorhelmer
Tage.
Etliche
Jubiläumsschriften der Vereine. Artikel im Beflügelten Aal sowie in den
Tageszeitungen.
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